- Hong Kong besteuert territorial: erfasst werden Gewinne mit Quelle in Hong Kong.
- Die Profits Tax ist zweistufig, mit 8,25 Prozent auf die ersten 2 Millionen HKD Gewinn und 16,5 Prozent darüber.
- Ein Offshore Claim ist kein Automatismus, sondern eine Position mit Nachweispflicht gegenüber der Steuerbehörde.
- Jede Hong Kong Limited braucht geprüfte Jahresabschlüsse durch einen lokal zugelassenen Wirtschaftsprüfer.
- Company Secretary, registrierte Adresse und jährliche Meldungen an das Companies Registry sind Pflicht.
- Wird die Gesellschaft aus einem anderen Land heraus geleitet, kann dort Ansässigkeit oder eine Betriebsstätte entstehen.
- Ob die Struktur trägt, hängt vom persönlichen Wohnsitz ab und gehört in eine Einzelfallprüfung mit zugelassenen Beratern.
Wie eine Hong Kong Limited besteuert wird
Hong Kong besteuert nach dem Territorialprinzip: der Profits Tax unterliegen Gewinne, die aus einer Tätigkeit in Hong Kong stammen. Der Satz ist zweistufig, mit 8,25 Prozent auf die ersten 2 Millionen HKD Gewinn und 16,5 Prozent auf den übersteigenden Teil. Auf Dividenden an Gesellschafter erhebt Hong Kong keine Quellensteuer, eine Umsatzsteuer existiert nicht.
Was der Offshore Claim tatsächlich bedeutet
Der Offshore Claim ist die Position, dass Gewinne außerhalb Hong Kongs entstanden sind und damit nicht der Profits Tax unterliegen. Entscheidend ist, wo die gewinnbringenden Tätigkeiten stattfinden: Anbahnung, Vertragsabschluss und Leistungserbringung. Die Steuerbehörde prüft das anhand von Verträgen, Korrespondenz, Reisenachweisen und Zahlungsflüssen, und der Status gilt nicht dauerhaft, sondern wird wiederkehrend hinterfragt.
Für wen die Struktur in Frage kommt
Typische Anwendungsfälle sind Unternehmer mit asiatischem Kunden- oder Lieferantenbezug, Handelsgeschäfte sowie Holding- und IP-Funktionen innerhalb einer größeren Struktur. Sinnvoll wird sie vor allem dann, wenn der Gesellschafter selbst in einem Land mit territorialer oder niedriger Besteuerung ansässig ist. Für Personen mit unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz löst eine Hong Kong Limited in der Regel kein Problem, sondern schafft eines.
Buchhaltung, Audit und laufende Pflichten
Jede Hong Kong Limited muss Bücher führen und einen von einem lokal zugelassenen Wirtschaftsprüfer testierten Jahresabschluss erstellen, der zusammen mit der Profits Tax Return eingereicht wird. Hinzu kommen die jährliche Erneuerung der Business Registration, der Annual Return beim Companies Registry und ein geführtes Register der Significant Controllers. Diese Pflichten bestehen auch bei geringer Aktivität und verursachen laufende Kosten.
Wo es steuerlich problematisch wird
Wird die Gesellschaft faktisch vom Wohnsitzland des Geschäftsführers aus geleitet, kann sie dort als ansässig oder als Betriebsstätte behandelt werden, mit Steuerpflicht vor Ort. Hinzu kommen Hinzurechnungsregeln für niedrig besteuerte passive Einkünfte, die eine Abschirmwirkung aushebeln können. Die Gesellschaft löst die persönliche Steuerpflicht nicht auf, sie folgt ihr.
Häufige Fehler in der Praxis
Der häufigste Fehler ist die Annahme, der Offshore Claim sei ein Status, den man einmal erhält und danach vergisst. Ebenso verbreitet ist es, Substanz zu unterschätzen: ohne nachvollziehbare Entscheidungswege, Verträge und Dokumentation bricht die Argumentation bei der ersten Prüfung zusammen. Unterschätzt werden außerdem die Audit-Kosten und der Aufwand für Kontoeröffnungen, die bei Gesellschaften ohne lokalen Bezug regelmäßig abgelehnt werden.
Abgrenzung zu US LLC, Singapur und VAE
Eine US LLC ist steuerlich transparent und dadurch einfacher in der laufenden Pflege, bietet aber keine Abschirmung und keinen Abkommensschutz. Singapur ist reputationsstärker und ebenfalls territorial geprägt, verlangt aber mehr Substanz und höhere laufende Kosten. Die VAE besteuern seit 2023 Unternehmensgewinne mit einer Corporate Tax und sind vor allem dann interessant, wenn zugleich der Wohnsitz dorthin verlegt wird.
Nächste Schritte
Vor der Gründung sollte geklärt sein, wo die Person steuerlich ansässig ist, wo die Kunden sitzen und wo Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Erst danach lässt sich beurteilen, ob Hong Kong die richtige Ebene ist oder ob eine andere Struktur besser trägt. Die konkrete steuerliche Beurteilung erfolgt im Einzelfall durch zugelassene Berater in den betroffenen Ländern.