Kurz erklärt
  • Freezone-Lizenz passend zur Tätigkeit statt nach Preisliste.
  • Residency-Visum und Emirates ID als Teil der Struktur.
  • Begleitung bei der Kontoeröffnung, ohne Zusagen zu machen.
  • Corporate Tax Registrierung und Erklärungspflicht laufen mit.
  • Mehrwertsteuer wird geprüft, sobald Schwellen überschritten werden.
  • Umsetzung über zugelassene Partner in den VAE.

Was das Setup abdeckt

Es umfasst die Auswahl der Freezone und der Lizenzart, die Gründung, das Visum und die Emirates ID sowie die Begleitung bei Konto und Zahlungsabwicklung. Dazu gehört die Registrierung für Corporate Tax und die Einrichtung der laufenden Buchhaltung. Am Ende steht eine Struktur, die im Alltag benutzbar ist und nicht nur auf dem Papier existiert.

Ein Dubai-Setup ist kein Einzelprodukt, sondern eine Kette. Lizenz, Establishment Card, Visum, Emirates ID, Bankkonto und Steuerregistrierung bauen aufeinander auf. Jeder Schritt setzt den vorherigen voraus, und ein Fehler am Anfang wird am Ende teuer. Genau deshalb wird die Struktur vor der ersten Zahlung geplant und nicht während der Umsetzung improvisiert.

Die Kette im Überblick

  • Lizenz. Sie legt fest, welche Tätigkeiten du ausüben darfst und wie viele Visa du beantragen kannst.
  • Establishment Card. Registrierung der Gesellschaft bei der Einwanderungsbehörde und Voraussetzung für jeden Visumsantrag.
  • Residency-Visum. Beantragt über die eigene Gesellschaft, mit Medizincheck und Biometrie vor Ort.
  • Emirates ID. Der nationale Ausweis, ohne den weder Mietvertrag noch Bankkonto praktikabel sind.
  • Bankkonto. Der langsamste Schritt und der einzige, den niemand garantieren kann.
  • Corporate Tax Registrierung. Pflicht, unabhängig davon, wie hoch der Gewinn ausfällt.
Wichtig vorab: Die Firma allein verändert deine persönliche Steuerpflicht nicht. Sie hängt an deinem Wohnsitz. Wer in einem Hochsteuerland gemeldet bleibt, gründet in Dubai eine Gesellschaft, die dort weiter steuerlich erfasst werden kann.

Was enthalten ist

Enthalten sind Analyse und Standortwahl, Lizenzantrag über den Partner, Establishment Card und Visumsprozess inklusive Medical und Biometrie sowie die Vorbereitung der Bankunterlagen. Ebenfalls enthalten ist die Corporate Tax Registrierung und ein Fristenplan für Erklärungen und Lizenzverlängerung. Buchhaltung und Jahreserklärung können laufend übernommen werden.

Der Unterschied zu einem reinen Gründungsdienstleister liegt in dem, was nach der Lizenz passiert. Die Lizenz ist der einfache Teil. Schwierig wird es bei der Kontoeröffnung, bei der Frage, ob dein Geschäftsmodell als qualifizierendes Einkommen gilt, und bei der Disziplin, die Fristen der Folgejahre einzuhalten.

Was wir übernehmen

  • Auswahl von Freezone, Lizenzart und Aktivitätencode passend zu deinem tatsächlichen Geschäft.
  • Steuerung des Gründungsprozesses über den zugelassenen Partner in den VAE.
  • Terminplanung für Medical, Biometrie und Emirates ID, damit deine Reise nicht zerfällt.
  • Aufbereitung der Bankunterlagen: Geschäftsmodell, Kundenstruktur, Herkunft der Mittel, Belege.
  • Registrierung bei der Steuerbehörde und Aufbau eines Fristenkalenders.
  • Laufende Buchhaltung und Vorbereitung der Jahreserklärung, wenn gewünscht.

Was wir nicht übernehmen

  • Keine Zusage auf ein Bankkonto. Die Entscheidung trifft die Bank, niemand sonst.
  • Keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Die erbringen zugelassene Partner in den VAE und in deinem Herkunftsland.
  • Keine Konstruktion für Personen, die faktisch weiter in einem Hochsteuerland leben.
  • Keine Bewertung von Aktivitäten, die in den VAE genehmigungspflichtig oder unzulässig sind, ohne die zuständige Behörde einzubeziehen.

Freezone oder Mainland

Eine Freezone-Gesellschaft ist schlanker und für internationale Dienstleistung meist ausreichend. Wer direkt an Kunden im lokalen Markt verkaufen oder Büro und Personal im Mainland betreiben will, braucht eine Mainland-Lizenz. Die Entscheidung fällt vor der Gründung, weil ein späterer Wechsel aufwendig ist.

Freezones sind Sonderwirtschaftszonen mit eigener Verwaltung, eigenem Register und eigenem Lizenzsystem. Es gibt mehrere Dutzend davon, von generalistischen Zonen bis zu spezialisierten Standorten für Medien, Technologie, Handel oder Finanzdienstleistungen. Sie unterscheiden sich bei erlaubten Aktivitäten, Visa-Kontingenten, Büroanforderungen, Verlängerungsgebühren und, sehr praxisrelevant, bei der Akzeptanz durch Banken.

Wofür die Freezone passt

Internationale Kunden, digitale Leistungen, Beratung, Software, Handel außerhalb der VAE: Für diese Modelle ist die Freezone der Normalfall. Du bekommst vollständiges ausländisches Eigentum, ein überschaubares Verfahren und die Möglichkeit, unter Bedingungen als qualifizierende Freezone-Gesellschaft behandelt zu werden. Die Einschränkung beim Geschäft mit Kunden auf dem Festland ist für die meisten ortsunabhängigen Unternehmer ohne Bedeutung, weil ihre Kunden ohnehin nicht in den VAE sitzen.

Wofür Mainland notwendig ist

Sobald du direkt an Endkunden in den Emiraten verkaufst, ein Ladenlokal betreibst, Personal außerhalb der Zone beschäftigst oder an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen willst, führt am Mainland kein Weg vorbei. Die Lizenz kommt von der zuständigen Wirtschaftsbehörde des Emirats, die Anforderungen an Büroflächen sind in der Regel höher, und die begünstigte Behandlung für qualifizierende Freezone-Gesellschaften steht nicht zur Verfügung.

Die Entscheidung fällt früh

Ein Wechsel zwischen den Welten ist kein Formularvorgang. Er bedeutet in der Praxis eine neue Lizenz, neue Visa, ein neues Bankkonto und eine Übertragung der Verträge. Deshalb gehört die Frage an den Anfang: Wo sitzen deine Kunden heute, und wo sitzen sie in drei Jahren?

Lizenz, Aktivitäten und Visa-Kontingent

Die Lizenz ist kein Etikett, sondern eine Erlaubnis mit klar umrissenem Inhalt. Sie nennt die Aktivitäten, die du ausüben darfst, und die Zahl der Visa, die du beantragen kannst. Beides wird bei der Kontoeröffnung, bei der steuerlichen Einordnung und bei jeder Behördenfrage herangezogen.

Aktivitäten richtig wählen

Jede Freezone führt einen Katalog zulässiger Aktivitäten. Beratung, Marketing, Softwareentwicklung, allgemeiner Handel und E-Commerce sind unterschiedliche Positionen mit unterschiedlichen Anforderungen. Rechnest du eine Leistung ab, die nicht von deiner Lizenz gedeckt ist, entsteht ein Problem an mehreren Stellen gleichzeitig: bei der Bank, bei der Zuordnung deiner Einkünfte und bei der Verlängerung. Die Aktivitäten sollten dein reales Geschäft abbilden, nicht die günstigste Kategorie.

Visa-Kontingent

Wie viele Visa an einer Lizenz hängen, hängt von Freezone und Bürovariante ab. Ein reiner Arbeitsplatz in einem geteilten Büro trägt weniger Visa als eigene Räume. Wer Familie mitnehmen oder Mitarbeiter beschäftigen will, plant das Kontingent von Anfang an ein, statt es später nachzurüsten. Die Bürovariante ist damit keine Kostenfrage allein, sondern eine Strukturentscheidung.

Substanz statt Mindestpaket

Das billigste Paket ist selten das passende. Es entscheidet mit darüber, wie eine Bank dein Setup bewertet, ob du deine geplanten Leistungen überhaupt abrechnen darfst und wie viel Aufwand die Verlängerung verursacht. Wer eine begünstigte steuerliche Behandlung anstrebt, braucht ohnehin nachweisbare Aktivität und angemessene Ausgaben in der Zone. Substanz ist in den VAE kein Zusatz, sondern die Grundlage des Modells.

Visum, Emirates ID und Ansässigkeit

Die Gesellschaft ist der übliche Weg zum Residency-Visum, und das Visum ist die Voraussetzung für die Emirates ID. Erst diese Kette macht dich im Alltag handlungsfähig und bildet die Grundlage für eine steuerliche Ansässigkeit in den VAE.

Der Ablauf vor Ort

Nach Lizenz und Establishment Card folgen Einreise, Medizincheck und biometrische Erfassung. Danach wird das Visum in den Pass eingetragen oder elektronisch hinterlegt, und die Emirates ID wird ausgestellt. Diese Schritte erfordern deine persönliche Anwesenheit. Sie lassen sich bündeln, sodass ein zusammenhängender Aufenthalt in der Regel ausreicht.

Was die Emirates ID im Alltag bewirkt

  • Sie ist die Grundlage für die Eröffnung eines privaten und meist auch eines Geschäftskontos.
  • Sie wird für Mietverträge, Nebenkostenverträge und Mobilfunkverträge verlangt.
  • Sie ist Voraussetzung für den Führerschein und für viele Behördenvorgänge.
  • Sie dient als Identitätsnachweis bei nahezu jeder Vertragsbeziehung im Land.

Visum ist nicht gleich steuerliche Ansässigkeit

Diese beiden Ebenen werden regelmäßig verwechselt. Das Visum hat eigene Regeln für den Erhalt, insbesondere zu maximalen Abwesenheitszeiten. Die steuerliche Ansässigkeit in den VAE folgt eigenen Kriterien aus Aufenthaltstagen, Wohnung und wirtschaftlichen Interessen und wird über eine Bescheinigung dokumentiert. Und beides zusammen sagt noch nichts darüber aus, wie dein Herkunftsland deinen Status beurteilt. Dort zählt, ob du dort noch einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast. Wer einfliegt, um einen Stempel abzuholen, und ansonsten in Europa lebt, hat keine belastbare Struktur.

Corporate Tax und Buchhaltung

Seit Einführung der Körperschaftsteuer in den VAE besteht Registrierungs- und Erklärungspflicht, auch bei niedrigen Gewinnen. Für qualifizierende Freezone-Gesellschaften gelten unter strengen Bedingungen begünstigte Regeln für qualifizierende Einkünfte. Ob dein Modell diese Bedingungen erfüllt, wird vorab geprüft und laufend dokumentiert.

Die Corporate Tax gilt seit 2023. Der reguläre Satz beträgt 9 Prozent, und für den Gewinnanteil bis 375.000 AED gilt ein Satz von 0 Prozent. Das ist geltendes Recht und keine Ermessensfrage. Wer heute noch behauptet, in den VAE gebe es keine Unternehmenssteuer, arbeitet mit einem Informationsstand von vor 2023.

Der Status der qualifizierenden Freezone-Gesellschaft

Freezone-Gesellschaften können unter definierten Voraussetzungen für qualifizierende Einkünfte weiterhin mit 0 Prozent behandelt werden. Dazu gehören angemessene Substanz in der Zone, die Einhaltung von Verrechnungspreisregeln, ordentliche Bücher und die Beschränkung auf qualifizierende Tätigkeiten. Dieser Status ist eine Bedingung, kein Automatismus. Er kann verloren gehen, und die Folgen wirken dann auf mehrere Jahre.

Buchhaltung ist Pflicht, nicht Kür

Auch wer am Ende keine Steuer zahlt, muss das erklären und belegen können. Dazu gehören eine laufende Buchführung nach den Anforderungen der VAE, ein sauberer Abschluss und je nach Freezone und Größe eine Prüfungspflicht. Kontoauszüge sind keine Buchhaltung. Wer diesen Teil verschiebt, zahlt später doppelt: einmal für die Nacharbeit und einmal für die Folgen der Verspätung.

Mehrwertsteuer separat betrachten

Die Mehrwertsteuer folgt eigenen Regeln und eigenen Registrierungsschwellen für steuerbare Umsätze in den VAE. Sie hat mit der Corporate Tax nichts zu tun und wird eigenständig geprüft. Für rein international abrechnende Dienstleister stellt sich die Frage oft anders als für Anbieter mit Kunden vor Ort.

Verlängerung und laufende Meldepflichten

Ein Dubai-Setup ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein Abonnement mit Fristen. Wer das unterschätzt, verliert Status und Geld an Stellen, die vollständig vermeidbar wären.

Der Jahresrhythmus

  • Lizenzverlängerung. Jährlich, mit erneuter Zahlung der Gebühren der Freezone und aktualisierten Unterlagen.
  • Establishment Card. Läuft parallel zur Lizenz und muss ebenfalls aktuell gehalten werden.
  • Visum und Emirates ID. Verlängerung nach Ablauf des jeweiligen Gültigkeitszeitraums, erneut mit Medizincheck und Biometrie.
  • Corporate Tax. Jährliche Erklärung innerhalb der gesetzlichen Frist nach Ende des Geschäftsjahres, unabhängig vom Ergebnis.
  • Buchhaltung und Abschluss. Laufend, mit Aufbewahrung der Belege nach den lokalen Vorgaben.

Economic Substance und weitere Meldungen

Die Economic Substance Regulations betreffen bestimmte als relevant eingestufte Tätigkeiten. Ob deine Lizenz darunterfällt und welche Melde- oder Berichtspflichten daraus folgen, hängt von der konkreten Aktivität und der Freezone ab und wird vom Partner vor Ort geprüft. Dazu kommen je nach Struktur Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten und Mitteilungen bei Änderungen von Gesellschaftern, Adresse oder Aktivitäten. Diese Punkte gehören in einen Fristenkalender, nicht in den Posteingang.

Praktisch gedacht: Trage alle Fristen mit Vorlauf ein und hinterlege für jede eine verantwortliche Person. Der teuerste Fehler in den VAE ist selten eine falsche Entscheidung. Es ist eine verpasste Frist.

Banking realistisch eingeschätzt

Die Kontoeröffnung ist der Engpass. Banken prüfen Geschäftsmodell, Kundenstruktur, Herkunft der Mittel und persönliche Präsenz. Wir bereiten die Unterlagen vollständig vor und begleiten die Termine, eine Zusage kann jedoch niemand geben.

Der Grund liegt nicht in Willkür, sondern in Regulierung. Banken in den VAE arbeiten unter internationalem Druck zur Geldwäscheprävention und prüfen entsprechend gründlich. Sie wollen verstehen, wer dein Kunde ist, warum er dich bezahlt und woher das Kapital stammt, mit dem du startest. Je klarer diese Geschichte belegt ist, desto schneller läuft der Prozess.

Was die Unterlagen enthalten sollten

  • Lizenz, Gesellschaftsdokumente, Establishment Card, Visum und Emirates ID.
  • Eine verständliche Beschreibung des Geschäftsmodells mit realen Kundenbeispielen.
  • Nachweise über bisherige Umsätze, etwa Rechnungen und Kontoauszüge der Vorstruktur.
  • Belege zur Herkunft des eingesetzten Kapitals.
  • Wohnsitznachweis in den VAE, meist über Mietvertrag oder Nebenkostenabrechnung.

Zeitrahmen und Plan B

Zwischen Gründung und einsatzbereitem Konto vergehen häufig mehrere Wochen. Das ist normal und sollte eingeplant sein. Sinnvoll ist ein Übergangsplan mit internationalen Zahlungsanbietern, damit dein Geschäft in dieser Zeit weiterläuft. Was du in dieser Phase vermeiden solltest: Umsätze über Privatkonten oder über Strukturen Dritter laufen zu lassen. Beides erzeugt Probleme, die länger bleiben als der Engpass.

Dubai oder US LLC: die ehrliche Rechnung

Dubai ist aufwendiger und teurer als eine US LLC. Das ist keine Kritik, sondern eine Eigenschaft. Die VAE liefern etwas, das eine US LLC nicht liefern kann: einen Wohnsitz. Wer diesen Wohnsitz nicht braucht oder nicht will, bezahlt in Dubai für Leistungen, die er nicht nutzt.

Kriterium Dubai Freezone US LLC
Wohnsitz und Visum Residency-Visum und Emirates ID über die Gesellschaft Kein Wohnsitz, muss separat gelöst werden
Besteuerung der Gesellschaft Corporate Tax mit 0 Prozent bis 375.000 AED, darüber 9 Prozent, begünstigte Behandlung qualifizierender Einkünfte unter Bedingungen Bei einem Gesellschafter häufig transparent, Besteuerung folgt dem Wohnsitz des Eigentümers
Aufwand beim Aufbau Persönliche Anwesenheit für Medical, Biometrie und Banktermin Vollständig aus der Ferne umsetzbar
Laufende Pflichten Lizenzverlängerung, Buchhaltung, Corporate-Tax-Erklärung, ggf. Prüfung Jahresmeldung im Gründungsstaat, US-Meldepflichten, schlanke Buchhaltung
Kostenniveau Deutlich höher im Aufbau und im Unterhalt Deutlich niedriger in beiden Phasen
Passt zu Unternehmern, die tatsächlich in den VAE leben und Substanz aufbauen Ortsunabhängigen mit bereits geklärtem Wohnsitz außerhalb eines Hochsteuerlandes

Wann sich Dubai trotzdem rechnet

Die Mehrkosten tragen sich, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen: Du willst den Wohnsitz ohnehin verlagern und die Emirate passen zu deinem Leben. Dein Gewinn ist hoch genug, dass die Fixkosten des Standorts im Verhältnis klein bleiben. Du brauchst eine Struktur mit sichtbarer Substanz, weil deine Kunden, Partner oder Banken danach fragen. Oder du willst Familie mitnehmen und brauchst dafür Visa. Trifft nichts davon zu, ist eine schlanke Struktur mit separat gelöstem Wohnsitz meist die bessere Antwort.

Praxisfälle

PRAXISFALL 1
Ausgangssituation Ein Agenturinhaber mit Kunden in der DACH-Region will nach Dubai. Er plant, die Wohnung in Deutschland für Kundentermine zu behalten.
Problem Mit einer jederzeit verfügbaren Wohnung bleibt die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland bestehen. Die Freezone-Gesellschaft hätte den Gewinn nicht abgeschirmt, sondern lediglich dokumentiert. Zusätzlich war die Behandlung seiner bestehenden Beteiligung beim Wegzug offen.
Lösung Vollständige Wohnungsaufgabe, Klärung der Beteiligungsfrage mit seinem Steuerberater vor dem Wegzug, danach Freezone-Lizenz mit eigenem Büro und überwiegender Anwesenheit in den VAE. Kundentermine laufen als dokumentierte Dienstreisen. Erst diese Reihenfolge machte das Setup verteidigbar.
PRAXISFALL 2
Ausgangssituation Ein E-Commerce-Unternehmer will schnell nach Dubai gründen, reist aber am liebsten in Südostasien und hat noch keinen stabilen Gewinn.
Problem Lizenz, Visum, Buchhaltung, Compliance und Lebenshaltung in den Emiraten verursachen laufende Fixkosten, die bei seiner Ertragslage einen erheblichen Teil des Vorteils aufzehren. Dazu kommt: Er will gar nicht dauerhaft in den VAE leben, was die Substanzfrage von Anfang an offen lässt.
Lösung Statt Dubai eine schlanke Fakturierungsstruktur, kombiniert mit einer Residency, die zu seinem realen Reiseverhalten passt. Dubai bleibt als Option für den Zeitpunkt, an dem Gewinn und Lebensplanung dazu passen. Die Struktur wurde so gewählt, dass ein späterer Wechsel möglich bleibt.
PRAXISFALL 3
Ausgangssituation Eine Softwareunternehmerin lebt seit über einem Jahr mit Freezone-Lizenz und Emirates ID in Dubai, hat aber weder eine Steuerregistrierung noch eine laufende Buchhaltung.
Problem Die Gesellschaft wurde nach altem Informationsstand aufgesetzt und die seit 2023 geltenden Pflichten nie nachgezogen. Bücher existierten nur als Kontoauszüge. Damit standen sowohl Sanktionen als auch die begünstigte Behandlung ihrer Einkünfte im Raum.
Lösung Nachholende Registrierung, Aufbau einer Buchhaltung nach den Anforderungen der VAE und Prüfung durch den lokalen Partner, ob ihre Umsätze als qualifizierende Einkünfte gelten. Seitdem läuft die Compliance als feste Jahresroutine mit hinterlegten Fristen.

Für wen es nicht passt

Nicht geeignet, wenn du nicht bereit bist, regelmäßig in die VAE zu reisen und die Struktur mit Substanz zu füllen. Ebenso ungeeignet, wenn du in einem Hochsteuerland gemeldet bleibst, weil die Firma dann dort steuerlich erfasst werden kann. Bei sehr kleinen Gewinnen stehen Lizenz, Visum und Verwaltung nicht im Verhältnis zum Nutzen.

Diese Qualifizierung ist ernst gemeint. Ein Dubai-Setup, das nicht zu deinem Leben passt, kostet jedes Jahr Geld und erzeugt jedes Jahr Aufwand, ohne den Nutzen zu liefern, für den es gebaut wurde.

  • Dein Lebensmittelpunkt bleibt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
  • Du willst keine Zeit in den Emiraten verbringen und keine Substanz aufbauen.
  • Deine Kunden sitzen ausschließlich im lokalen Markt eines anderen Landes und verlangen dortige Präsenz.
  • Du erwartest ein Bankkonto als garantierten Bestandteil eines Pakets.
  • Der laufende Aufwand aus Lizenz, Visum und Buchhaltung steht bei deiner Ertragslage nicht im Verhältnis zum Ergebnis.

In diesen Fällen ist eine andere Struktur die bessere Antwort, und wir sagen das vor der Gründung statt danach.

Ablauf und Zeitrahmen

Zuerst Lizenz und Gründungsdokumente, danach Establishment Card, Visum und Emirates ID, zum Schluss das Bankkonto. Der Prozess dauert je nach Freezone und Auslastung mehrere Wochen. Deine persönliche Anwesenheit ist für Medical, Biometrie und Banktermin in der Regel erforderlich.

SCHRITT 1

Struktur klären

Geschäftsmodell, Kundenstruktur, Wohnsitzplanung und Visa-Bedarf werden erfasst. Daraus ergibt sich die Entscheidung zwischen Freezone und Mainland, die Auswahl der Zone und der passende Aktivitätenkatalog.

SCHRITT 2

Lizenz beantragen

Der Partner reicht den Antrag mit Namensreservierung, Gesellschaftsdokumenten und Aktivitäten ein. Anschließend folgen Lizenz und Establishment Card. Dieser Teil läuft weitgehend aus der Ferne.

SCHRITT 3

Reise nach Dubai

Einreise, Medizincheck, biometrische Erfassung, Visumseintrag und Emirates ID. Diese Termine werden gebündelt, damit ein zusammenhängender Aufenthalt reicht. Parallel wird der Wohnsitznachweis vorbereitet.

SCHRITT 4

Bankkonto und Zahlungsabwicklung

Vollständige Unterlagen, Bankauswahl entlang deines Geschäftsmodells, Termin und Nachreichungen. Der Übergangsplan mit internationalen Zahlungsanbietern läuft in dieser Phase mit.

SCHRITT 5

Compliance einrichten

Registrierung für die Corporate Tax, Aufbau der Buchhaltung, Fristenkalender für Erklärung, Lizenz- und Visumsverlängerung. Ab hier ist das Setup kein Projekt mehr, sondern eine Routine.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Gründung in Dubai?
Die Lizenz steht oft in wenigen Tagen bis Wochen. Visum, Emirates ID und Bankkonto verlängern den Prozess, sodass realistisch mehrere Wochen bis zur voll funktionsfähigen Struktur zu rechnen sind.
Muss ich vor Ort sein?
Für Medizincheck, Biometrie und meist auch für den Banktermin ja. Einzelne Schritte lassen sich aus der Ferne erledigen, die Kernschritte nicht.
Zahle ich in den VAE Unternehmenssteuer?
Die VAE erheben eine Körperschaftsteuer mit einem Freibetrag für kleinere Gewinne. Für qualifizierende Freezone-Gesellschaften gelten besondere Regeln, die an strenge Bedingungen geknüpft sind.
Brauche ich ein Visum für die Firma?
Die Gesellschaft funktioniert grundsätzlich auch ohne, aber ohne Visum und Emirates ID gibt es weder Bankkonto in Normalfällen noch steuerliche Ansässigkeit in den VAE.
Ist Dubai für mich steuerlich sinnvoll?
Nur wenn du deinen Wohnsitz tatsächlich dorthin verlagerst. Ohne Wegzug aus dem Heimatland bleibt deine persönliche Steuerpflicht bestehen, unabhängig von der Lizenz.
Welche Freezone ist die richtige?
Das hängt von Tätigkeit, Visumsbedarf, Bürooption und Bankakzeptanz ab. Wir wählen nach deinem Modell, nicht nach der günstigsten Werbeanzeige.
Bastian Köhler
US LLC, HK Ltd & Growth

Bastian Köhler

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