Kurz erklärt
  • Die Emirate erheben keine Einkommensteuer auf Gehälter und Dividenden. Seit 2023/24 gilt aber eine Corporate Tax von 9 Prozent auf Unternehmensgewinne über 375.000 AED (grob 90.000 bis 100.000 Euro).
  • Freezone-Firmen können unter Bedingungen als Qualifying Free Zone Person weiter 0 Prozent auf qualifizierendes Einkommen zahlen. Das ist an Substanz- und Compliance-Anforderungen geknüpft, nicht automatisch.
  • Freezone bedeutet 100 Prozent ausländisches Eigentum und schnelles Setup, aber Einschränkungen beim Geschäft auf dem lokalen UAE-Markt. Mainland bedeutet voller Marktzugang bei mehr Verwaltungsaufwand.
  • Die Firma ist der übliche Weg zum Residency-Visum, und das Visum ist die Voraussetzung für die Emirates ID. Erst diese Kette macht dich zum steuerlichen Ansässigen der Emirate.
  • Die pauschale 90-Tage-Regel für den Erhalt des Status ist ein Mythos in ihrer verkürzten Form. Visum, steuerliche Ansässigkeit und die Sicht deines Herkunftslandes folgen jeweils eigenen Regeln.
  • Kostenrealität: Ein Dubai-Setup ist deutlich teurer als eine US LLC. Je nach Freezone, Visa-Anzahl und Office-Variante liegt allein das erste Jahr meist im mittleren vierstelligen Eurobereich, oft darüber.
  • Dubai lohnt sich vor allem, wenn du wirklich dort (oder überwiegend außerhalb der DACH-Region) leben willst und dein Gewinn die Fixkosten trägt.
  • Ohne sauberen Wegzug aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz schützt kein Dubai-Stempel vor der heimischen Steuerpflicht.

Warum Dubai? Die Fakten hinter dem Hype

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich in zwei Jahrzehnten vom Ölstaat zum globalen Unternehmerstandort entwickelt. Drei Gründe tragen den Ruf zu Recht:

Erstens die Steuern. Es gibt keine Einkommensteuer auf Gehälter, Dividenden oder Kapitalerträge natürlicher Personen. Auf Unternehmensebene gilt seit dem Steuerjahr 2023/24 eine Corporate Tax: 0 Prozent auf Gewinne bis 375.000 AED, darüber 9 Prozent. Freezone-Gesellschaften können als Qualifying Free Zone Person weiterhin 0 Prozent auf qualifizierendes Einkommen erreichen, müssen dafür aber definierte Bedingungen erfüllen, unter anderem ausreichende Substanz in der Freezone und die Einhaltung der Transfer-Pricing-Regeln. Wer heute noch "Dubai ist komplett steuerfrei" erzählt, ist auf dem Stand von 2022.

Zweitens die Substanz. Anders als bei klassischen Offshore-Jurisdiktionen kannst du in Dubai echte Substanz aufbauen: Büro, Mitarbeiter, Wohnsitz, Lebensmittelpunkt. Genau das macht die Struktur gegenüber ausländischen Finanzverwaltungen verteidigbar. Eine Firma in einem Land, in dem du nachweislich lebst und arbeitest, ist eine andere Kategorie als ein Briefkasten auf einer Insel.

Drittens Banken und Infrastruktur. Die Emirate haben ein funktionierendes Bankensystem mit internationalen und lokalen Instituten, moderne Zahlungsinfrastruktur und ein Umfeld, in dem Unternehmertum erwünscht ist. Die Kontoeröffnung ist anspruchsvoller als oft behauptet, aber mit Emirates ID und sauberer Dokumentation gut machbar.

Freezone vs. Mainland: Der strukturelle Unterschied

Wer in den Emiraten gründet, entscheidet sich zwischen zwei Welten. Die Wahl bestimmt Marktzugang, Kosten und Compliance.

Freezone: Der Standard für internationale Unternehmer

Freezones sind Sonderwirtschaftszonen mit eigener Verwaltung und eigenem Lizenzsystem. Es gibt mehrere Dutzend davon, von großen Namen wie IFZA, DMCC oder Dubai South bis zu spezialisierten Zonen für Medien, Tech oder Handel. Die Vorteile: 100 Prozent ausländisches Eigentum, schnelles und weitgehend digitales Setup, planbare Paketpreise für Lizenz und Visa, sowie die Chance auf den 0-Prozent-Status als Qualifying Free Zone Person. Die Einschränkung: Das operative Geschäft mit Kunden auf dem UAE-Festland ist limitiert oder erfordert Zusatzkonstruktionen. Für ortsunabhängige Unternehmer mit internationalen Kunden ist das meist irrelevant, ihre Kunden sitzen ohnehin nicht in Dubai.

Mainland: Voller Marktzugang für lokales Geschäft

Eine Mainland-Firma wird beim Department of Economic Development lizenziert und darf uneingeschränkt im gesamten UAE-Markt tätig werden, inklusive Regierungsaufträgen und lokalem Einzelhandel. Auch hier ist heute in den meisten Aktivitäten 100 Prozent ausländisches Eigentum möglich. Dafür sind Anforderungen an Büroflächen und Verwaltung tendenziell höher, und der 0-Prozent-Freezone-Status entfällt: Mainland-Gewinne über der Schwelle unterliegen regulär den 9 Prozent.

Die Faustregel

Internationale Kunden, digitales Geschäftsmodell, Fokus auf Residency und Steuereffizienz: Freezone. Lokale Kunden in den Emiraten, Ladengeschäft, Gastronomie, Bauwesen oder Regierungsaufträge: Mainland. Die meisten Apatridus-Klienten fahren mit einer Freezone-Lizenz richtig.

Emirates ID und Residency: Wie Firma und Wohnsitz zusammenspielen

Der eigentliche Wert eines Dubai-Setups liegt nicht in der Firma allein, sondern in der Kette Firma, Visum, Emirates ID, steuerliche Ansässigkeit. So greift sie ineinander:

  • Schritt 1: Die Lizenz. Mit der Firmengründung erwirbst du eine Lizenz, die eine bestimmte Anzahl an Visa-Slots beinhaltet oder ermöglicht.
  • Schritt 2: Das Residency-Visum. Über die eigene Firma beantragst du als Gesellschafter oder Angestellter ein Residence Visa, aktuell üblicherweise mit zwei Jahren Laufzeit. Dazu gehören Medizincheck und biometrische Erfassung vor Ort.
  • Schritt 3: Die Emirates ID. Die Emirates ID ist der nationale Identitätsausweis und der Schlüssel zum Alltag: Bankkonto, Mietvertrag, Telefonvertrag, vieles läuft nur mit ihr.
  • Schritt 4: Steuerliche Ansässigkeit. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann ein Tax Residency Certificate der Emirate beantragen, das die Ansässigkeit gegenüber anderen Staaten dokumentiert.

Der 90/180-Tage-Mythos

In Foren kursiert die Formel "einmal alle 180 Tage einreisen reicht" oder "90 Tage machen dich steuerfrei". Beides ist in dieser Verkürzung falsch. Es sind drei getrennte Ebenen:

  • Visumserhalt: Damit das Residence Visa nicht verfällt, darfst du nicht zu lange am Stück außerhalb der Emirate sein. Als Richtwert gilt eine maximale Abwesenheit von etwa 180 Tagen am Stück, Details hängen von Visumstyp und aktueller Praxis ab.
  • Steuerliche Ansässigkeit in den UAE: Für das inländische Tax Residency Certificate gelten eigene Kriterien, unter anderem Aufenthaltstage (je nach Variante 90 oder 183 Tage) plus Wohnung und wirtschaftliche Interessen vor Ort.
  • Die Sicht deines Herkunftslandes: Die entscheidende Ebene. Deutschland fragt nicht, wie viele Tage du in Dubai warst, sondern ob du in Deutschland noch einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast. Eine verfügbare Wohnung bei den Eltern kann reichen, um die unbeschränkte Steuerpflicht aufrechtzuerhalten, egal was im Pass klebt.

Wer mit dem Setup wirklich Steuern gestalten will, braucht deshalb beides: den Aufbau in Dubai und den sauberen Abbau im Herkunftsland. Zu Letzterem gehören Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht und Meldepflichten. Details dazu im Bereich Residency & Compliance.

Kostenrealität: Was ein Dubai-Setup wirklich kostet

Hier trennt sich Marketing von Beratung. Dubai ist kein Billigstandort, und wer mit Lockangeboten kalkuliert, erlebt spätestens im zweiten Jahr die Realität. Die Größenordnungen, ehrlich eingeordnet:

  • Freezone-Lizenz: Je nach Freezone, Aktivität und Visa-Paket ab ca. 3.000 bis 6.000 Euro pro Jahr für schlanke Setups. Prestige-Freezones und mehrere Aktivitäten kosten mehr.
  • Residency-Visum und Emirates ID: Pro Person zusätzlich meist im Bereich von ca. 1.000 bis 2.000 Euro inklusive Medizincheck, ID-Gebühren und Bearbeitungsprozessen, mit Erneuerung im Zwei-Jahres-Rhythmus.
  • Office: Viele Freezones verlangen mindestens einen Flexi-Desk, der oft im Lizenzpaket steckt. Wer den 0-Prozent-Status als Qualifying Free Zone Person anstrebt oder Banken überzeugen will, sollte echte Substanz einplanen, vom Serviced Office aufwärts.
  • Laufende Kosten: Lizenzverlängerung jährlich in ähnlicher Höhe wie das Setup, dazu Buchhaltung, Corporate-Tax-Registrierung und -Erklärung, gegebenenfalls Audit. Realistisch sind für ein Ein-Personen-Setup einige tausend Euro pro Jahr, bevor ein Euro Miete oder Lebenshaltung bezahlt ist.
  • Lebenshaltung: Wer den Wohnsitz ernsthaft nach Dubai verlegt, kalkuliert Mieten auf westeuropäischem Großstadtniveau oder darüber.

Zum Vergleich: Eine US LLC kostet im Setup ab 490 Euro und im Unterhalt einen Bruchteil davon. Die ehrliche Rechnung lautet deshalb: Dubai lohnt sich, wenn der Steuervorteil die Fixkosten deutlich übersteigt und du den Lebensmittelpunkt wirklich verlagern willst. Als Faustgröße sollte ein stabiler Jahresgewinn im sechsstelligen Bereich vorhanden sein, damit sich das Gesamtpaket gegenüber schlankeren Alternativen rechnet.

Wann ein Dubai-Setup problematisch wird

Problem 1

Weiter steuerpflichtig in der DACH-Region

Das mit Abstand größte Risiko: Firma in Dubai, Leben faktisch weiter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wohnung verfügbar, Familie im Land, Geschäftsführung vom heimischen Schreibtisch. In dieser Konstellation zieht das Finanzamt die Gewinne der Dubai-Firma über Geschäftsleitungs-Betriebsstätte, Hinzurechnungsbesteuerung oder schlicht die fortbestehende unbeschränkte Steuerpflicht ins Inland, plus Zinsen, plus im Ernstfall Steuerstrafverfahren. Ohne sauberen Wegzug ist die Dubai-Firma keine Struktur, sondern ein Beweismittel.

Problem 2

Fehlende Substanz

Eine Lizenz mit Flexi-Desk und null Aufenthaltstagen überzeugt weder ausländische Finanzämter noch die eigenen UAE-Behörden. Für den 0-Prozent-Status als Qualifying Free Zone Person verlangen die Regeln angemessene Substanz: Aktivitäten, Personal oder Outsourcing in der Zone, angemessene Ausgaben. Und für die Abschirmwirkung gegenüber dem Herkunftsland zählt der reale Lebensmittelpunkt. Substanz ist in Dubai kein Nice-to-have, sie ist der Kern des Modells.

Problem 3

Corporate Tax Compliance verschlafen

Seit dem Steuerjahr 2023/24 gilt: Registrierung bei der Federal Tax Authority, jährliche Corporate-Tax-Erklärung, ordentliche Buchführung, gegebenenfalls Audit-Pflicht je nach Freezone und Größe. Auch wer am Ende 0 Prozent zahlt, muss das erklären und belegen. Verspätete Registrierung und fehlende Erklärungen kosten Strafen, und der Qualifying-Status kann verloren gehen. Das "papierlose Dubai" alter Tage existiert nicht mehr.

Problem 4

Banking-Hürden unterschätzen

Die Kontoeröffnung für eine frische Freezone-Firma dauert. Banken wollen Emirates ID, Businessplan, Nachweise über Geschäftsmodell und Herkunft der Mittel, teils Mindestsalden. Zwischen Gründung und funktionierendem Konto können Wochen bis Monate liegen. Wer in dieser Zeit Umsätze über Privatkonten oder fremde Strukturen laufen lässt, baut sich Compliance-Probleme. Die Kontoeröffnung gehört von Anfang an in den Projektplan, inklusive Plan B mit internationalen Anbietern.

Praxisfälle aus der Beratung

Praxisfall 1
Ausgangssituation Ein Agenturinhaber aus Deutschland mit rund 400.000 Euro Jahresgewinn will nach Dubai, seine Kunden sitzen in der DACH-Region.
Problem Er plant, die deutsche Wohnung "für Besuche" zu behalten und alle sechs Wochen zu Kundenterminen einzufliegen. Damit bleibt die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland praktisch sicher bestehen, und die geplante Struktur wäre wertlos bis gefährlich. Zusätzlich stand die Wegzugsbesteuerung auf seine GmbH-Anteile im Raum.
Lösung Vollständiger Wegzug mit Aufgabe der Wohnung, geordnete Behandlung der GmbH-Anteile vor dem Wegzug, Freezone-Setup mit echtem Office und überwiegender Anwesenheit in Dubai. Kundentermine laufen als Dienstreisen mit sauberer Dokumentation. Ergebnis: verteidigbare Struktur, deren Steuervorteil die Mehrkosten des Standorts um ein Vielfaches übersteigt.
Praxisfall 2
Ausgangssituation Ein E-Commerce-Unternehmer mit 80.000 Euro Jahresgewinn hat auf YouTube vom "steuerfreien Dubai-Leben" gehört und will sofort gründen.
Problem Die Rechnung geht nicht auf: Lizenz, Visum, Office, Compliance und Lebenshaltung in Dubai fressen bei dieser Gewinnhöhe einen großen Teil des Steuervorteils auf, und er will eigentlich gar nicht dauerhaft in den Emiraten leben, sondern in Südostasien reisen.
Lösung Statt Dubai: US LLC als Fakturierungsstruktur kombiniert mit einer günstigen Residency, die zu seinem Reiseverhalten passt. Gesamtkosten ein Bruchteil des Dubai-Setups bei vergleichbarem steuerlichen Ergebnis. Dubai bleibt als Option für später, wenn Gewinn und Lebensplanung dazu passen.
Praxisfall 3
Ausgangssituation Eine SaaS-Gründerin lebt seit einem Jahr mit Freezone-Firma und Emirates ID in Dubai, hat aber weder Corporate-Tax-Registrierung noch Buchhaltung.
Problem Sie hat die Firma 2022 nach damaligem Stand aufgesetzt und die neuen Pflichten nie nachgezogen. Die Registrierungsfrist bei der Federal Tax Authority war verstrichen, Bücher existierten nur als Kontoauszüge. Damit drohten Strafen und der Verlust des Qualifying-Status.
Lösung Nachregistrierung, Aufbau einer laufenden Buchhaltung nach UAE-Anforderungen und Prüfung, ob ihre Umsätze als qualifizierendes Einkommen gelten. Seitdem läuft die Compliance als feste Jahresroutine mit lokalem Accounting-Partner. Der 0-Prozent-Status blieb erhalten.

Häufige Fehler beim Dubai-Setup

Fehler 1

Die billigste Freezone-Lizenz jagen

Lockangebote unterscheiden sich oft in Details, die später teuer werden: Visa-Slots, erlaubte Aktivitäten, Office-Anforderungen, Verlängerungsgebühren, Bankentauglichkeit. Die richtige Freezone wählt man nach Geschäftsmodell und Bankstrategie, nicht nach dem niedrigsten Erstjahrespreis.

Fehler 2

Firma gründen, Wegzug vergessen

Die Dubai-Firma ist der einfache Teil. Der schwere Teil ist die saubere Beendigung der Steuerpflicht im Herkunftsland: Abmeldung, Wohnungsaufgabe, Wegzugsbesteuerung bei Kapitalgesellschaftsanteilen, erweiterte beschränkte Steuerpflicht im Blick. Wer diesen Teil überspringt, hat keine Steuerstruktur, sondern eine tickende Nachzahlung.

Fehler 3

Substanz und Anwesenheit als Formalie behandeln

Wer die Emirates ID abholt und dann elf Monate im Jahr woanders lebt, riskiert auf beiden Seiten: Visumsverfall und fehlende UAE-Ansässigkeit auf der einen, Zugriff des faktischen Aufenthaltsstaats auf der anderen. Das Setup funktioniert für Menschen, die wirklich dort leben, nicht für Stempeltouristen.

Fehler 4

Struktur ohne Umsatzmaschine

Ein Dubai-Setup mit seinen Fixkosten will bezahlt sein. Wer viel Energie in die Struktur steckt und keine in planbare Kundengewinnung, optimiert die Steuern auf einen Gewinn, der nicht wächst. Struktur und Vertrieb gehören zusammen gedacht. Wie planbarer Kundenzufluss für ortsunabhängige Unternehmen funktioniert, zeigt unser Guide zu Performance Marketing und Onlinekunden.

Alternativen zum Dubai-Setup

Alternative 1

US LLC

Für ortsunabhängige Dienstleister und Onlineunternehmer mit passendem Wohnsitz ist die US LLC die schlanke Alternative: Setup ab 490 Euro, minimale laufende Kosten, keine Substanzanforderungen, weltweit akzeptiert. Sie liefert allerdings kein Visum und keinen Wohnsitz. Wer die Residency-Frage anders löst (etwa Paraguay oder Zypern), bekommt mit der LLC das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alternative 2

Zypern

EU-Mitglied, 12,5 Prozent Körperschaftsteuer, Non-Dom-Status mit weitgehend steuerfreien Dividenden und ein mediterraner Lebensmittelpunkt mit 60-Tage-Regel für die steuerliche Ansässigkeit. Für Unternehmer, die EU-Rechtssicherheit und Nähe zu Europa wollen, oft die entspanntere Wahl als Dubai.

Alternative 3

EU-Setup oder Heimatlösung

Wer in der DACH-Region bleiben will oder muss, fährt mit einer sauberen heimischen Struktur (GmbH, Holding) besser als mit jeder internationalen Konstruktion. Und für komplexere Fälle mit Beteiligungen, IP oder Exit-Plänen sind EU-Holding-Architekturen der richtige Rahmen. Einen Überblick über alle Strukturoptionen gibt unsere Seite International Tax & Structure.

Dubai im Vergleich

Kriterium Dubai Freezone US LLC Zypern Ltd DACH GmbH
Unternehmenssteuer 0 Prozent auf qualifizierendes Einkommen, sonst 9 Prozent über 375.000 AED Transparent, Besteuerung im Wohnsitzland des Eigentümers 12,5 Prozent Körperschaftsteuer Rund 30 Prozent Gesamtbelastung (KSt plus GewSt)
Wohnsitz und Visum inklusive Ja, Residency-Visum und Emirates ID über die Firma Nein, Wohnsitz muss separat gelöst werden Ja, EU-Freizügigkeit plus Non-Dom-Status Entfällt, Wohnsitz bleibt im Heimatland
Setup-Kosten (Größenordnung) Mittlerer vierstelliger Eurobereich und mehr im ersten Jahr Ab 490 Euro Niedriger bis mittlerer vierstelliger Bereich Ab ca. 1.000 Euro plus Stammkapital
Laufender Aufwand Lizenzverlängerung, Corporate-Tax-Erklärung, Buchhaltung, ggf. Audit Annual Report, Form 5472, schlanke Buchhaltung Buchhaltung, Audit, Steuererklärung nach EU-Standard Volle Buchführungs- und Bilanzpflicht
Ideal für Unternehmer mit sechsstelligem Gewinn, die wirklich in den Emiraten leben wollen Ortsunabhängige Dienstleister und Nomaden mit geklärtem Wohnsitz Unternehmer mit Wunsch nach EU-Basis und moderaten Steuern Unternehmer mit dauerhaftem Lebensmittelpunkt in der DACH-Region

Nächste Schritte: Der richtige Weg zum Dubai-Setup

01

Business Case rechnen

Gewinnhöhe, Fixkosten des Setups, Lebenshaltung und die Frage, ob du wirklich in den Emiraten leben willst. Erst wenn diese Rechnung positiv ausgeht, lohnt der nächste Schritt.

02

Wegzug planen

Steuerpflicht im Herkunftsland sauber beenden: Wohnsitzaufgabe, Wegzugsbesteuerung, Fristen und Meldungen. Dieser Schritt kommt vor der Gründung, nicht danach.

03

Freezone wählen und gründen

Freezone nach Aktivität, Visa-Bedarf und Bankstrategie auswählen, Lizenz beantragen, dann Visum, Medizincheck und Emirates ID durchlaufen. Mit guter Vorbereitung ist das in wenigen Wochen erledigt.

04

Banking, Compliance und Wachstum aufsetzen

Konto eröffnen, Corporate-Tax-Registrierung und Buchhaltung als Jahresroutine etablieren, Substanz dokumentieren. Und parallel den Umsatzmotor bauen, der die Struktur trägt.

Nur eine Anfrage entfernt

Ist Dubai die richtige Struktur für dich?

Der Business Freedom Score vergleicht deine Situation mit den realistischen Optionen: Dubai, US LLC, Zypern oder EU-Setup. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung statt einer Verkaufsshow. Kostenlos und unverbindlich.

Freedom Score berechnen

Häufige Fragen zur Dubai Company

Ist eine Firma in Dubai steuerfrei?
Nicht pauschal. Seit dem Steuerjahr 2023/24 gilt in den Emiraten eine Corporate Tax von 9 Prozent auf Gewinne über 375.000 AED. Freezone-Gesellschaften können als Qualifying Free Zone Person 0 Prozent auf qualifizierendes Einkommen erreichen, müssen dafür aber Substanz- und Compliance-Anforderungen erfüllen. Auf privater Ebene bleiben Gehälter und Dividenden einkommensteuerfrei. Ohne sauberen Wegzug aus dem Heimatland greift zudem weiterhin dessen Besteuerung.
Was ist der Unterschied zwischen Freezone und Mainland?
Freezone-Firmen sitzen in Sonderwirtschaftszonen, bieten 100 Prozent ausländisches Eigentum, schnelles Setup und die Chance auf 0 Prozent Corporate Tax, sind aber beim Geschäft auf dem lokalen UAE-Markt eingeschränkt. Mainland-Firmen haben vollen Zugang zum Binnenmarkt inklusive Regierungsaufträgen, unterliegen aber regulär der Corporate Tax und tendenziell höheren Verwaltungsanforderungen. Für internationale Onlineunternehmer ist die Freezone fast immer die passende Wahl.
Wie bekomme ich die Emirates ID?
Die Emirates ID setzt ein gültiges Residence Visa voraus. Der übliche Weg für Unternehmer: Firma gründen, über die Firma das Residency-Visum beantragen, Medizincheck und biometrische Erfassung in den Emiraten durchlaufen, danach wird die Emirates ID ausgestellt. Sie ist der zentrale Ausweis für Bankkonto, Mietvertrag und Behördengänge.
Wie oft muss ich nach Dubai, um Visum und Status zu behalten?
Das sind zwei verschiedene Fragen. Für den reinen Visumserhalt gilt als Richtwert, nicht länger als etwa 180 Tage am Stück außerhalb der Emirate zu sein. Für die steuerliche Ansässigkeit der UAE und vor allem für die Abschirmung gegenüber dem Herkunftsland reicht das nicht: Hier zählen realer Lebensmittelpunkt, Aufenthaltstage und die Aufgabe des Wohnsitzes im Heimatland. Wer nur zum Stempeln einfliegt, hat keine belastbare Struktur.
Was kostet eine Firmengründung in Dubai?
Je nach Freezone, Aktivität und Visa-Paket liegt ein schlankes Setup im ersten Jahr meist im mittleren vierstelligen Eurobereich, inklusive Lizenz, einem Visum und Emirates ID. Dazu kommen laufende Kosten für Lizenzverlängerung, Buchhaltung und Corporate-Tax-Compliance. Exakte Preise hängen von der gewählten Freezone ab, seriöse Angebote nennen immer die Folgekosten ab Jahr zwei mit.
Kann ich eine Dubai-Firma haben und in Deutschland wohnen bleiben?
Rechtlich kannst du gründen, steuerlich bringt es nichts und schafft Risiken. Bei fortbestehendem Wohnsitz in Deutschland bleibt die unbeschränkte Steuerpflicht bestehen, und die Gewinne der Dubai-Firma werden über Geschäftsleitungs-Betriebsstätte oder Hinzurechnungsbesteuerung in Deutschland erfasst. Wer die Struktur verschweigt, riskiert ein Steuerstrafverfahren. Der Steuervorteil entsteht erst mit einem echten Wegzug.
Wie schwierig ist die Kontoeröffnung in Dubai?
Machbar, aber aufwendiger als oft dargestellt. Banken verlangen Emirates ID, Lizenz, Businessplan und Nachweise zur Herkunft der Mittel, teils Mindestsalden. Zwischen Gründung und einsatzbereitem Konto vergehen häufig mehrere Wochen. Sinnvoll ist ein Plan B mit internationalen Zahlungsanbietern, damit das Geschäft in der Übergangszeit weiterläuft.
Lohnt sich Dubai auch für kleine Unternehmen und Freelancer?
Meist erst ab einer gewissen Gewinnhöhe. Die Fixkosten aus Lizenz, Visum, Compliance und Lebenshaltung müssen durch den Steuervorteil deutlich überkompensiert werden. Als grobe Orientierung rechnet sich das Gesamtpaket ab einem stabilen sechsstelligen Jahresgewinn. Darunter ist eine US LLC mit passender Residency in der Regel die effizientere Lösung, mit Dubai als späterem Upgrade.
Kenneth Beller

Kenneth Beller

UAE & Dubai

Gründer von XCEED und Experte für Dubai Company Setups, Emirates ID und den Aufbau echter Substanz in den Emiraten. Kenneth lebt und arbeitet selbst mit den Strukturen, über die er berät, und verantwortet bei Apatridus die UAE-Jurisdiktion.