- Freezone: schneller Start, klare Pakete, international ausgerichtet.
- Mainland: voller Zugang zum lokalen VAE-Markt und zu öffentlichen Aufträgen.
- Die Corporate Tax gilt seit 2023 für beide, günstige Freezone-Behandlung ist an Bedingungen geknüpft.
- Qualifizierende Freezone-Behandlung setzt qualifizierende Einkünfte und angemessene Substanz voraus.
- Mainland-Gesellschaften haben in der Regel höhere Anforderungen an Räumlichkeiten und Verwaltung.
- Beide Formen ermöglichen Visa, der Umfang hängt von Lizenz und Büroform ab.
- Die konkrete Einordnung gehört zu zugelassenen Beratern in den VAE.
Kurzurteil: wer nimmt was
Wer digitale Leistungen an Kunden außerhalb der VAE verkauft, nimmt in der Regel eine Freezone-Lizenz, weil sie günstiger, schneller und auf internationales Geschäft ausgelegt ist. Wer Kunden innerhalb der VAE bedient, ein Ladengeschäft betreibt, an Behörden liefert oder größere Teams aufbaut, nimmt das Mainland. Die Frage ist zuerst, wo Ihre Kunden sitzen, und erst danach, welche Steuerwirkung entsteht.
Kundenzugang und erlaubte Tätigkeiten
Freezone-Gesellschaften sind auf Geschäft innerhalb der Zone und mit dem Ausland ausgerichtet, während Geschäft im lokalen Markt eingeschränkt ist und je nach Fall zusätzliche Wege verlangt. Mainland-Gesellschaften können ohne diese Einschränkung im VAE-Markt tätig werden und sich um öffentliche Aufträge bewerben. Die zulässigen Tätigkeiten ergeben sich aus der Lizenz, die deshalb vor der Gründung genau zum Geschäftsmodell passen muss.
Kosten und laufender Aufwand
Freezones arbeiten mit klar kalkulierbaren Paketen aus Lizenz, Arbeitsplatz und Visakontingent, was Planung und Start vereinfacht. Mainland-Gesellschaften bringen üblicherweise höhere Anforderungen an Räumlichkeiten und Verwaltung mit sich und liegen in Summe darüber. In beiden Fällen kommen Buchhaltung, Corporate Tax Registrierung und je nach Umsatz auch die Umsatzsteuerregistrierung dazu.
Corporate Tax und Substanz
Seit 2023 gilt in den VAE eine Corporate Tax auf Unternehmensgewinne, die Freezone- und Mainland-Gesellschaften grundsätzlich erfasst. Für Freezone-Gesellschaften kann eine begünstigte Behandlung in Betracht kommen, wenn qualifizierende Einkünfte vorliegen und angemessene Substanz in den VAE nachgewiesen wird. Diese Einordnung ist technisch anspruchsvoll und gehört in die Prüfung durch zugelassene Berater vor Ort.
Banking und Zahlungsanbieter
Banken prüfen bei beiden Formen Geschäftsmodell, Kundenbasis, Herkunft der Mittel und lokale Präsenz. Mainland-Gesellschaften mit sichtbarem lokalem Geschäft haben es beim Onboarding häufig etwas leichter, während reine Freezone-Gesellschaften ohne lokale Aktivität mehr Rückfragen erhalten. In beiden Fällen verkürzen vollständige Unterlagen und ein klar beschriebenes Geschäftsmodell den Prozess deutlich.
Visa, Personal und Räumlichkeiten
Beide Formen ermöglichen Aufenthaltsvisa, wobei die Anzahl an die Lizenz und die Art der Fläche gekoppelt ist. Freezone-Pakete enthalten häufig eine begrenzte Zahl von Visa und flexible Arbeitsplatzlösungen. Wer größere Teams vor Ort aufbauen will, kommt beim Mainland meist schneller zu passenden Kapazitäten.
Skalierbarkeit und typische Konstellationen
Berater, Agenturen, Softwareanbieter und Händler mit internationalen Kunden starten meist in einer Freezone und bleiben dort, solange der VAE-Markt keine Rolle spielt. Sobald lokale Kunden, Filialen oder öffentliche Aufträge dazukommen, wird das Mainland relevant, teils ergänzend zur bestehenden Freezone-Struktur. Ein Wechsel ist möglich, verursacht aber Aufwand bei Lizenz, Konten und Verträgen.
Entscheidungshilfe: und wann keine von beiden passt
Wenn Sie nicht tatsächlich in den VAE leben oder zumindest regelmäßig präsent sind, passt keine der beiden Formen, weil Aufenthaltstitel und Substanz sonst nicht tragen. Wenn Ihre Kunden ausschließlich in Europa sitzen und Sie dort ansässig bleiben, löst eine VAE-Lizenz kein Problem, sondern erzeugt Kosten und Meldepflichten. In diesen Fällen ist zuerst die Wohnsitzfrage zu klären und danach die Struktur.
Teure Fehlentscheidungen
Am häufigsten wird eine Lizenz gewählt, die nicht zu den tatsächlichen Tätigkeiten passt, was später Änderungen und Nachzahlungen auslöst. Zweitens wird angenommen, eine Freezone bedeute automatisch null Steuern, obwohl die begünstigte Behandlung an Bedingungen geknüpft ist. Drittens wird die Kontoeröffnung unterschätzt, und viertens werden Aufenthaltstage und Substanz nicht ernst genug genommen.