- Ein Markt ist eine Kombination aus Land, Sprache und Angebot, nicht nur eine Ländereinstellung.
- Getrennte Kampagnen je Markt sind fast immer besser als eine globale Kampagne mit vielen Ländern.
- Die Landingpage muss in Sprache, Währung und Zahlungsart zum Markt passen.
- Der Qualitätsfaktor bestraft jede Lücke zwischen Suchanfrage, Anzeige und Zielseite.
- Suchintention übersetzt sich nicht wörtlich, Keywords müssen je Sprache neu recherchiert werden.
- Werbekonto, Zahlungsmittel und Rechnungsland gehören zur werbenden Gesellschaft.
- Ohne Angebot mit Suchnachfrage bringt Google Ads keine Ergebnisse.
Was international schalten wirklich heißt
International schalten heißt, je Markt eine eigene Kombination aus Kampagne, Keywords, Anzeigen und Landingpage zu führen. Ein Markt ist dabei Land plus Sprache plus Angebot, nicht die Länderauswahl in einer bestehenden Kampagne. Sobald Sie mehrere Länder in einer Kampagne bündeln, verlieren Sie Steuerbarkeit über Gebote, Budget und Messung.
Kontostruktur: ein Konto oder mehrere
In den meisten Fällen reicht ein Konto mit sauber getrennten Kampagnen je Markt und einer klaren Namenskonvention. Mehrere Konten sind sinnvoll, wenn unterschiedliche Gesellschaften abrechnen, unterschiedliche Agenturen Zugriff haben oder unterschiedliche Marken beworben werden. Konten wegen einer Sperrung zu vervielfachen, ist dagegen keine Strategie, sondern ein Risiko.
Sprachen, Keywords und Suchintention
Keywords lassen sich nicht übersetzen, sie müssen je Sprache neu recherchiert werden. In vielen Märkten wird auf Englisch gesucht, obwohl die Landessprache eine andere ist, und Fachbegriffe unterscheiden sich regional deutlich. Prüfen Sie Suchvolumen und Wettbewerb je Sprache, bevor Sie eine bestehende Kampagne kopieren.
Landingpages je Markt
Zu jedem Markt gehört eine Zielseite in der passenden Sprache, mit passender Währung, passenden Zahlungsarten und lokal glaubwürdigen Referenzen. Eine englische Seite für den deutschen Markt kostet Conversion, auch wenn die Zielgruppe Englisch versteht. Achten Sie zusätzlich auf saubere Sprachversionen und korrekte hreflang-Auszeichnung, damit organisch und bezahlt nicht gegeneinander laufen.
Qualitätsfaktor und Relevanz
Der Qualitätsfaktor misst die Übereinstimmung zwischen Suchanfrage, Anzeigentext und Zielseite. Jede Lücke in dieser Kette verteuert den Klick und schwächt die Position. Deshalb ist es fast immer billiger, enge Keyword-Gruppen mit eigenen Anzeigen und eigenen Landingpages zu führen, als breite Kampagnen mit generischen Texten zu skalieren.
Messung über Länder hinweg
Legen Sie Conversions pro Markt an und trennen Sie Termine, Anfragen und Käufe sauber voneinander. Währungsumrechnung, unterschiedliche Zeitzonen und Consent-Regeln verzerren den direkten Vergleich zwischen Ländern. Serverseitiges Tracking und ein CRM mit Quellenerfassung geben belastbarere Zahlen als das Werbekonto allein.
Abrechnung, Umsatzsteuer und Firmensitz
Wer international wirbt, rechnet über eine Gesellschaft ab, und Google stellt entsprechend dem hinterlegten Land Rechnungen aus. Das entscheidet über Umsatzsteuerbehandlung, Reverse Charge und Vorsteuerabzug. Deshalb gehören Werbekonto, Zahlungsmittel und Rechnungsadresse zur tatsächlich werbenden Gesellschaft, und die konkrete steuerliche Behandlung gehört in die Prüfung durch zugelassene Berater.
Häufige Fehler
Typisch sind übersetzte statt recherchierter Keywords, eine einzige Landingpage für alle Märkte und automatische Gebotsstrategien auf zu wenigen Conversions. Ebenso verbreitet ist es, teure Märkte mit dem Budget günstiger Märkte zu vergleichen, ohne Kaufkraft und Wettbewerb zu berücksichtigen. Und regelmäßig laufen Kampagnen weiter, obwohl im Zielmarkt niemand liefern kann.
Wann Google Ads nicht das richtige Mittel ist
Wenn niemand nach Ihrer Lösung sucht, weil die Kategorie neu oder unbekannt ist, ist Google der falsche Kanal. Auch bei sehr geringen Suchvolumina in Nischenmärkten sind Direktansprache und Content oft wirksamer. Google Ads lohnt sich dort, wo bestehende Nachfrage abgefangen werden kann.